MRT Kontrolle 01-2016

Am Mittwoch den 20.01. war es mal wieder Zeit zur MRT Kontrolle ins BKH Günzburg zu fahren. Mein Termin hatte ich um 10.15 Uhr und ich dachte mir das mir diesmal auch ein Zug später reichen würde. Wegen der aktuellen Wetterlage und den, für mich, unangenehmen Minustemperaturen sollte ich recht behalten.

Also machte ich mich um zehn vor acht auf den Weg zum Bahnhof um mit dem Zug zuerst nach Ulm und dann, nach Umsteigen, schließlich in Günzburg am Bahnhof zu landen. Pünktlich um zehn nach neun war ich dann in Günzburg am Hauptbahnhof. Als ich Ausstieg spürte ich sofort die Kälte, wie sie meinen Körper eroberte. Ich wollte ihr keine Chance lassen und lief sofort los ins nahegelegene Bezirkskrankenhaus.

Durch eine Abkürzung die ich mittlerweile gefunden habe sind es nur 1,5 km. Als ich ankam saßen schon einige Menschen vor der Anmeldung und ich dachte mir insgeheim: „Hoffentlich dürfen die nicht alle vor mir ins MRT, sonst kann es ein langer Tag werden“. Nachdem ich dann dran war und auf die Papiere für’s MRT wartete wusste ich das ich der einzige war.

Auf zum MRT

Als ich die Papiere bekam und mich wieder in die Kälte begab ins Nebengebäude wo das MRT durchgeführt wird und dort im Wartebereich auch nur ein Herr saß wusste ich das es nicht mehr lange dauern kann. Ich sollte recht behalten, nicht mal zehn Minuten nach der Anmeldung wurde ich hereingebeten, die Metallteile am Körper wie Gürtel, Ohringe, Kette usw. musste ich, wie üblich, in der Umkleide ablegen. Und dann ging es schon los.

Auf den Tisch liegen, Kanüle für das Kontrastmittel in den Arm, richtig positionieren so das man bequem liegt (wenn man das Bequem nennen kann?) und dann noch Kopfhörer auf damit sie dir Anweisungen geben können bei Bedarf (gegen den Ohrenbetäubenden Lärm hilft der definitiv nicht) und zu guter letzt noch eine Art Sichtschutz so das wenn man die Augengeöffnet hat durch einen Spiegel in den Raum schauen kann. Und auf geht’s ins Vergnügen.

Die Tonfolge ist jedesmal dieselbe, das kenne ich schon und kann auch daran erkennen wann es vorbei ist. Diesmal bin ich zwei mal kurz vor dem Einschlafen gewesen und einmal wegen dem Tonwechsel, von einem sanften Ton (wenn man das den so sagen kann) zu einem aggresiven Ton aufgewacht und das andere mal als sie mir das Kontrastmittel spritzten. Da wird es einem ganz heiß, erst im rechten Arm und dann verteilt es sich schnell durch den Kopf und erst dann im gesamten Körper. Das war es dann mit Schlafen und der Rest des MRT habe ich mir schöne Gedanken gemacht. Dann ging es auch schon wieder raus aus der Röhre und die ganze Prozedur wieder rückwärts. Noch schnell an der Rezeption gesagt das ich die Bilder auf CD will und dann ins Nebengebäude wo es weitergeht.

Warten auf die Besprechung

Dort erstmal wieder in den neu erbauten Wartebereich, alles hell und freundlich, farbig dezent und einladend. Nicht wie früher … Aber ich bin noch nie wegen dem Aussehen von der Praxis zu einem Arzt gegangen sondern wegen seinen, von mir angenommenen, Fähigkeiten. Ich durfte gar nicht lange sitzen und das Treiben beobachten da wurde ich schon aufgerufen.

Eine Ärztin nahm sich meiner an und wir führten das übliche Gespräch und die mir bekannten Untersuchungen durch. Danach verriet sie mir noch das Sie vor mir einen Patienten mit dem selben Hirntumor zur Kontrolle hatte der bereits 1988 operiert worden war und ausser das er ein wenig langsam sei, ansonsten aber nicht beeinträchtigt, hervorragend leben kann. Soviel mal zur Lebenserwartung im Internet. Man sollte sich nicht verrückt machen mit deren Prognose sondern so leben wie man es selbst für richtig hält.
Und immer dran denken: „Think positiv“
Sie entließ mich dann wieder in den Wartebereich um mit dem Oberarzt die Bilder anzuschauen.

Kurze Zeit später kam sie mit ihm zurück und wir gingen nochmal ins Zimmer. Auf den zwei Computermonitoren waren meine Bilder zu sehen. Auf dem einem das aktuelle und auf dem anderen das erste das nach der OP gemacht worden war. Alles wie immer, dachte ich mir. Und das bestätigte dann auch der Oberarzt, keine Veränderung seit der OP 2012. Juhu, also alles Paletti und die nächsten 4 Monate wieder Ruhe. Er meinte dann noch das man wegen der Epilepsie auch nichts machen könnte, weder eine weitere OP noch Bestrahlung oder Chemo. Was für mich ja nie zur Debatte steht. Mit meiner derzeitigen Situation, was die Epilepsie betrifft, bin ich zufrieden. Auch wenn es besser sein könnte aber ich denke dass das mit den bei uns zugelassenen Mitteln die von der Krankenkasse übernommen werden nicht besser geht. Mal schauen, derzeit werde ich auf Lamotrigin eingestellt, vielleicht bringt das ja den gewünschten Erfolg der Anfallsfreiheit. Und mit diesen Worten wurde ich dann entlassen.

Antritt der Heimreise

Bevor ich losging schaute ich noch kurz in der DB App wann der nächste Zug fährt und sah dort auch das der 30 Minuten Verspätung hatte. Trotzdem lief ich geradewegs zum Bahnhof um vielleicht einen anderen zu erwischen. Also erstmal ins DB Center wo ich darauf Hingewiesen wurde das gleich einer kommen würde aber ich dann den Anschluss in Ulm nicht mehr erreichen würde und dort eine Stunde Aufenthalt hätte. Besser als hier in Günzburg dachte ich mir und nahm den Zug. Als ich in Ulm ausgestiegen bin sah ich den Zug Richtung Stuttgart noch auf dem Gleis stehen, also bin ich so schnell ich konnte durch den Tunnel in Richtung Gleis gelaufen. Die Treppe hoch und schon sah ich ihn wegfahren. Man kann ja nicht alles haben, ein gutes MRT Ergebnis ist ja schon einiges Wert, da verzichte ich dann liebendgerne auf den Zug. Und so saß ich dann noch 40 Minuten, die Reisenden der anderen Züge beobachtend, in der Kälte am Gleis bis der Zug eintraf. Ich bin dann sofort eingestiegen um im Warmen zu sein und pünktlich um 14.09 Uhr fuhr ich dann zurück nach Hause.

Das war mein erstes Kontroll MRT im Jahr 2016, zwei weitere werden noch folgen. Der nächste Termin steht schon fest.

Wenn einer eine Reise tut dann kann er was erzählen.

Matthias Claudius, deutscher Dichter, 1740-1815

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Veröffentlicht von

Marcel

Astrozytom WHO III ED: 13.04.2012 OP: 03.05.2012 NW: Epilepsie, Hemiparese/Spastik rechts Nicht verstrahlt, 3 Zyklen Chemo, Geistheiler, Qui-Gong, Physio

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