Tag der Wahrheit?

Am Freitag vormittag hatte ich den Kontrolltermin beim Neurologe. Wie üblich bin ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Göppingen gefahren um mich zu dem Termin zu begeben. Bei leichtem Nieselregen, schwachem Wind und 5 Grad war das unangenehm an der Bushaltestelle zu stehen.

Der Bus war pünktlich und so kam ich dann auch pünktlich in Göppingen an. Schnell über die Strasse gelaufen und nach oben an die Rezeption um mich anzumelden. Als dies vorbei war wurde ich gebeten im Wartezimmer Platz zu nehmen. Es dauerte nicht lange und der Neurologe kam um mich zu holen.

Im Behandlungszimmer sprachen wir über die vergangenen Wochen, das ich jede Woche einen fokalen Anfall habe, wie das mit der Tablettenumstellung gelaufen ist , ob ich irgendwelche ihm nicht bekannten Einschränkungen hätte…
Dann erzählte er mir das er auf einer Epilepsiefortbildung war und dort unter anderem von Patienten die Rede war die die doppelte Menge an Zebinix erhalten würden sowie es auch Patienten gibt die die zweieinhalbfache Dosis an Levetiracetam verabreicht bekämen. Da ich auch wesentlich mehr Eslicarbazepinacetat zu mir nehme als vom Hersteller empfohlen wird. An irgendwas müssen wir ja sterben und die Pharmaindustrie sich eine goldene Nase verdienen dachte ich mir dabei.

Aber um auf das eigentliche Thema zurückzukommen von was den genau die Anfälle ausgelöst werden könnten, ob man das auf die Narbe beschränken könnte oder auf das Tumorgewebe? Das konnte er mir auch nicht genau beantworten, das weiss man in meinem Fall nicht. Es könnte sein, aber auch nicht. Ob es mit dem Stress zusammenhängt, der Anspannung? Auch das möchte er nicht ausschliessen aber auch nicht bestätigen. Hmm, das ist ja wie die berühmte Nadel im Heuhaufen, kann, kann nicht, muss, muss nicht, könnte ,wäre, würde, …..

Meine Meinung dazu seit ich die Dosis erhöht habe haben sich die Anfälle auch drastisch erhöht, zwar nur fokal, aber immerhin. Ich möchte die Dosis verringern um zu sehen was dann passiert. Seine Meinung: „Jetzt sind es nur noch fokale Anfälle, davor waren sie komplex fokal. Das ist doch schon ein Fortschritt und ich würde noch ein Medikament ausprobieren um auch das in den Griff zu bekommen.“
Es ist ein älteres Medikament und trägt den Namen Phenobarbital-neuraxpharm 100mg und abends soll ich eine halbe Tablette (50mg) einnehmen.

Ich habe auch noch ein EEG gemacht das jedoch wie immer unauffällig war, obwohl ich komische, nicht beschreibliche Gefühle dabei hatte. Seltsam…
Ich kann es mir nicht erklären. Dann hat er mir noch ein Rezept mitgegegeben für das Medikament und einen neuen Termin zur Kontrolle haben wir auch ausgemacht, Anfang Februar 2016.

Ich hab mich dann wieder in das Schmuddelwetter gestürzt und Ausschau nach dem nächsten Bus nach Hause gemacht, bin dann noch in die Apotheke um das Medikament zu holen um es dann abends gleich einnehmen zu können. War aber, wie ich mir fast gedacht habe, nicht vorrätig. Sie mussten es bestellen.

Heute weiß ich auch warum, so ein „Scheissdreck“ bekommt kein Normalsterblicher. Ich habe am Montag was zu klären mit meinem Neurologen und bin auf seine Antwort darauf sehr gespannt. Wenn ich heute so lese was der Wirksoff dieses Medikamentes ist und wozu er schon verwendet wurde….

Um die Krankheit kümmert sich der Arzt, um die Gesundheit müssen wir uns kümmern!

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Veröffentlicht von

Marcel

Astrozytom WHO III ED: 13.04.2012 OP: 03.05.2012 NW: Epilepsie, Hemiparese/Spastik rechts Nicht verstrahlt, 3 Zyklen Chemo, Geistheiler, Qui-Gong, Physio

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