2. MRT 2015

Da die Bahnbediensteten, zumindest die von der GDL, am streiken waren musste ich mir für meine Kontolluntersuchung in Günzburg eine andere Mitfahrgelegenheit suchen. Glücklicherweise hatte meine Frau ihren freien Tag und so wurde sie dann gezwungen mich zu fahren.

Verlaufskonrolle mit Hindernissen

Mein Termin stand für 8.45 Uhr und so nahmen wir unseren jüngsten noch mit zur Schule und sind dann direkt weiter. Da keiner so genau wusste wieviel Verkehr auf der Strasse ist. Normalerweise benötigen wir mit dem Auto ca. 1 Stunde, wegen des Regens der an diesem Tag fiel und der ungewissen Verkehrslage fuhren wir lieber rechtzeitig los. Was sich im nachhinein als Vorteil erwiesen hat. Wir kamen um 8.40 Uhr an der Klinik an und da waren dann die Parkplätze vor dem Gebäude natürlich belegt und wir durften noch einen Weg von ca. 1 km zurücklegen, im Regen, ohne Schirm und mit Behinderung (Spastik im Bein). Somit war ich dann gut durchnässt an der Anmeldung und hab die Papiere ausgefüllt.

Dann auf die Überweisung zur Radiologie gewartet und wieder raus durch den Regen ins Nebengebäude. Dort angemeldet und erstmal warten müssen oder dürfen? Wenigstens war es genug Zeit um die Fragebögen zu beantworten die ich immer von der Neurologie bekomme. Und dann ging es auch los, ab in´s MRT. Diesmal war ich etwas mehr aufgeregt als sonst. Obwohl ich das seit 04/12 alle 3 Monate machen darf. Ich muss eines dazu sagen, sehr wohl war mir dabei noch nie. Aber es bleibt mir ja nichts anderes übrig, also ab auf die Liege, den Zugang für das Kontrastmittel gelegt bekommen, in die andere Hand den Notfallknopf und dann noch die Maske mit dem Spiegel auf´s Gesicht, ab dem Zeitpunkt schliesse ich die Augen bis zum Ende, und dann ab geht’s ins MRT.

Ab ins MRT

In der MRT Röhre läuft es jedesmal gleich ab, die lauten Geräusche wiederholen sich regelmäßig bei allen Untersuchungen. Ich liege dann ganz entspannt, soweit das möglich ist und „lausche“ den Tönen um die Zeit ein wenig im innerlichen Auge zu behalten. Nicht diesesmal, von Anfang an krampften meine Zehen und ich probierte mich darauf zu konzentrieren dass das aufhört. War aber nicht zu machen und so musste ich mehrmals meinen rechten Fuss wieder richtig hinlegen. Ich gab mir Mühe den Kopf nicht zu bewegen, was anscheinend funktionierte da niemand etwas gesagt hat.
Plötzlich gab es einen Knall und ich spürte am Bauch etwas. Unheimlich, was war das? Ich wollte schon den Notfallknopf drücken, hab´s aber dann doch gelassen da die 2 Damen die von draussen zuschauen eingegriffen hätten. Im nachhinein kann ich es mir nur so erklären das da etwas mit meinem Hosenknopf war das bisher noch nie vorkam. Man muss ja alles metallische ablegen da es sehr heiß werden kann.

Als ich die Prozedur überstanden hatte und wieder vom MRT Tisch aufstehen durfte war ich erleichtert das es wieder vorbei war. Dann hieß es noch warten bis ich den Umschlag, in dem der MRT Bericht lag, für das BKH mitbekam. Wir mussten wieder durch den Regen zurück ins Neurochirurgie Wartezimmer. Dort fragte ich wie lange es denn heute dauert und bekam die Aussage maximal 30 Minuten. Ok, also nichts mit einem kurzen Abstecher in die Cafeteria um einen Kaffee zu trinken. Erstmal hinsitzen und warten. Die Dame, welche ich noch nie gesehen hatte, kam nach 1 Stunde und führte das Gespräch und die Untersuchung durch. Das war wie immer, nichts aussergewöhnliches. Und dann bat sie uns wieder in den Wartebereich um die Bildauswertung abzuwarten. Da saßen meine Frau und ich wieder im Wartebereich. Nach endlosem Warten war es dann soweit, wir wurden aufgerufen. Normalerweise geht es durch die erste Tür rein und dann findet dort die Auswertung statt. Nicht diesmal, wir wurden ein Zimmer weiter geleitet und gebeten dort Platz zu nehmen. Die Ärztin meinte im Vergleich zu 2012 eine Volumenzunahme erkannt zu haben, war sich aber auch nicht 100% sicher. Da die Anfälle sich in letzter Zeit vermehrt ausbreiteten. Darum fragte sie mich warum ich damals die Chemo abgebrochen habe. Ich gab meine Antwort die ich damals schon gesagt habe, das mir keiner sagen konnte ob das was bringen würde.

Eine Frage zum Methadon

Auch ich hatte noch eine Frage: Was Sie denn von Methadon im Zusammenhang mit Chemotherapie halten würden? Die Antwort war dann doch sehr überraschend und möchte ich erstmals nicht näher hier erläutern.

Sie wollten die Bilder noch nachmittags in der Tumorkonferrenz besprechen und das Ergebnis sollte ich dann am Donnerstag vormittag mitgeteilt bekommen. So wurden wir dann entlassen, mit der Unsicherheit ob es den nun soweit war das der Untermieter sich weiter ausbreitete.

Die Fahrt nach Hause war dementsprechend angespannt sowie der Abend auch, obwohl ich mehrmals darauf hingewiesen habe dass das noch nichts endgültiges ist. Ich hab die Nacht wenigstens durchgeschlafen was bei meiner Frau nicht möglich war. Aufgrund des Gesprächs mit der Ärztin machte sie sich Sorgen, was ja auch verständlich ist.

Am nächsten Morgen, als alle aus dem Haus waren, ich mir schon was zum Schreiben vorbereitet hatte und gerade dabei war den Haushalt zu machen klingelte das Telefon. Ich bin dann zum Telefon gesprungen und die Ärztin war dran. Der Radiologe hat sich die Bilder nochmals angeschaut und hat keine Veränderung erkennen können. Das bedeutet erstmal keine Chemo und Kontrolle wieder Anfang September. #Prima# so hab ich es mir vorgestellt und so ist es dann auch gekommen. Hab dann gleich meine Frau informiert damit sie sich auch wieder beruhigt und mit einer Sorge weniger unterwegs ist.

So konnte ich dann auch recht entspannt in den Tag starten.

Wie ich schon immer gesagt habe: Think positiv!

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Veröffentlicht von

Marcel

Astrozytom WHO III ED: 13.04.2012 OP: 03.05.2012 NW: Epilepsie, Hemiparese/Spastik rechts Nicht verstrahlt, 3 Zyklen Chemo, Geistheiler, Qui-Gong, Physio

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