Tavor, Tavor über alles?

Nachdem ich also am Freitagmittag wieder mal wieder ein Mittagsschläfchen machen musste da ich mich wie erschlagen fühlte ging es mir danach auch wieder etwas besser und ich entschloss mich noch auf den Fussballplatz zu gehen. Abends hatte mein jüngster Training und so kam ich wenigstens noch ein wenig raus unter Menschen. Und den Kids sehe ich gerne beim kicken zu.

Abends war ich dann wieder so müde das ich mich beschwerlich bis kurz vor 10 Uhr wachhalten konnte, aber dann ging nichts mehr und ich bin kaum im Bett gelegen und schon war ich weggetreten.

Samstag, der Tag der Abreise

Samstagfrüh war ich dann erst gegen 7 Uhr wach. Habe mich selbst gewundert das ich so lange geschlafen habe. Um 7.30 Uhr sind dann meine Frau und meine Tochter auch aufgestanden und haben das Auto eingeladen um in die Heimat meiner Frau zu fahren. Sie haben uns dann auch gegen 9 Uhr verlassen.

Nun war also Sturmfrei! Männer allein zu haus!

So rosig fing es allerdings nicht an. Ich hab mich entschieden erstmal aufzuräumen und zu saugen und den Boden zu wischen. Zwischendurch stand dann auch noch das Mittagessen auf dem Programm und drei Waschmaschinen mit Wäsche wollten auch noch gewaschen werden. Nicht zu vergessen das noch zwei Maschinen mit Wäsche zum bügeln warteten.

Rom haben Sie auch nicht an einem Tag gebaut und so hab ich dann mal angefangen, der kleine wollte ja auch zwischendurch noch beschäftigt werden. Jedoch ist er glücklicherweise in einem Alter in dem er schon alleine in unserem „Viertel“ der Kleinstadt alleine zu seinen Freunden gehen kann. Und so kam es dann auch das er sich im Laufe des Nachmittags verabschiedete.

Zwischendurch hatte ich schon wieder so ein Gefühl, das ich nur kenne wenn ich unmittelbar vor einem epileptischen Anfall stehe, verspürt und in Panik eine Tavor eingenommen. Die Wirkung der Tavor machte sich so langsam bemerkbar und so kam es mir ganz gelegen das er zu seinem Freund ging, denn dann konnte ich ins Bett um ein Mittagsschläfchen zu machen. Und die Bügelwäsche läuft ja nicht weg.

Den Abend haben wir dann, bis ich gegen 20 Uhr so müde wurde, zusammen verbracht. Ich hab mich dann ins Bett verabschiedet und hab ihn alleine vor seinem Lieblingsgerät, wenn seine Schwester nicht da ist, sitzen lassen. Er kam dann allerdings auch recht bald da ich noch ein Hörbuch angehört habe und es mitbekommen habe als er zu mir ins Bett kam.

Sonntag, wieder Tavor

Sonntag früh war es dann wieder soweit, kein Hahn weit und breit zu sehen oder zu hören und ich war wieder hellwach. Vier Uhr und ich konnte nicht mehr schlafen, also erstmal raus aus dem warmen Bett und ab in die Küche. Mein Bauch hat schon komische Geräusche gemacht und wollte was zum verarbeiten haben. Ich tat ihm diesen Gefallen und dann bin ich an den Laptop und hab die sozialen Netzwerke nach Neuigkeiten durchsucht. Und auch einiges interessantes gefunden, jedoch keinen Kopf um das um die Uhrzeit zu lesen.

Erst um 9 Uhr stand mein Zwerg auf, endlich! Nachdem ich ihn versorgt hatte machte ich mich auch gleich an die Bügelwäsche, obwohl es mir gar nicht danach war. Aber es blieb mir ja nichts anderes übrig. Zwischendurch hab ich dann noch das Mittagessen gezaubert und dabei verspürte ich wieder dieses Gefühl, so als ob….
Das ist doch nicht normal, erst seit ich das Valproat nehme habe ich täglich dieses Sche…. Gefühl im rechten Arm als ob ich gleich einen Anfall bekomme. Ich werde morgen meinen Neurologen anrufen um das zu klären, denn er ist ab Donnerstag im Urlaub und dann bei seinen Vertretungen anzurufen macht wenig Sinn. Was soll´s, wieder eine Tavor und erst mal Ruhe.
Gleich nach dem Mittagessen hatte ich dann den Drang mich hinzulegen und ein Nickerchen zu machen, die Wäsche musste warten. Nach 1 ½ Stunden bin ich dann wieder wach geworden, mein Zwerg hatte sich so lange alleine beschäftigt.

Die Bügelwäsche war immer noch nicht geflüchtet und so widmete ich mich ihr in 3 Gottes Namen wieder ihr, musste ja auch fertig werden. Danach ging ich unter die Dusche und richtete mich für die Abendgestaltung, abhängen auf dem Sofa und Fussball schauen, Länderspiel. Danach musste mein Zwerg noch dran glauben und ich zwang ihn in die Badewanne 😉
Gegen 22 Uhr sind wir dann gemeinsam ins Bett.

Montag, nochmals Tavor?

Am Montag früh bin ich wieder gegen 6 Uhr aufgestanden und habe sehnsüchtig gewartet bis es 8 Uhr war und der Neurologe seine Praxis aufmacht. Gleich angerufen und auch sofort die Dame an der Rezeption dran gehabt. Leider war der Doc schon mitten in einer Behandlung und sie wollte ihm einen Zettel hinlegen damit er zurückruft. OK, das kenne ich ja mittlerweile schon und er hat es dann auch immer gemacht. Nun heißt es warten. Ich habe nochmal den Beipackzettel studiert, hätte ich besser nicht getan, da stehen so viele Nebenwirkungen drin da wird einem schlecht.

Nachmittags war ich dann kurz in der Stadt was erledigen, während der Pause von der Praxis, damit ich den Anruf nicht verpasse. Und siehe da, während ich beim Bäcker stand und meinen Einkauf verpackte war das Gefühl wieder da. Ich hab solche Panik geschoben das ich mir ganz schnell eine Tavor einwarf. Ich weiß das man davon abhängig werden kann, aber …. ja was eigentlich aber? Es gibt keinen Grund ständig, „vorsichtshalber“, eine Tavor zu nehmen. Ich hab mir auf dem nach hause Weg meine Gedanken darüber gemacht und bin zu dem Entschluss gekommen beim nächsten Mal keine mehr zu nehmen.

Kurz nach 16 Uhr hat das Telefon geklingelt und der Neurologe war dran. Ich hab ihm meine Situation erzählt und er war gar nicht erfreut darüber das ich täglich Tavor nehme. Und das Medikament löst auch keine Anfälle aus es soll sie ja verhindern. Aber ich bilde mir das doch nicht ein? Oder doch? Ich weiß es nicht wirklich. Ich habe ihn dann noch gefragt ob es keine anderen Medikamente gibt. Er bejahte dies, jedoch müsse er schauen was sich mit meinem Levetiracetam und Zebenix verträgt, da diese an unterschiedlichen Stellen ansetzen und er keines davon mehr dazunehmen kann. Denn dann wird die Ursache nicht im Kern bekämpft. (So hab ich das grob verstanden, er hat sich natürlich etwas fachlicher ausgedrückt) Wir sind dann so verblieben das ich mich am Donnerstag nochmals melde und ihm die Lage schildere und das Medikament erstmal solange weiternehme, da ich noch gar nicht die erforderliche Dosis für eine Wirkung im Körper habe. Und ich habe ihm versprochen keine Tavor mehr zu nehmen.

Den Abend habe ich dann mit meinem Kleinen zusammen spielend verbracht, er durfte sich raussuchen was wir zusammen spielen und so sind wir dann gegen 23 Uhr ins Bett gegangen da er am nächsten morgen etwas besonderes vorhatte. Aber dazu später mehr 😉

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Veröffentlicht von

Marcel

Astrozytom WHO III ED: 13.04.2012 OP: 03.05.2012 NW: Epilepsie, Hemiparese/Spastik rechts Nicht verstrahlt, 3 Zyklen Chemo, Geistheiler, Qui-Gong, Physio

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