Die Einschleichphase

Nachdem ich dann am Dienstag zuhause war hat meine Frau schon gekocht gehabt. Also musste ich nichts weiter mehr tun als auf die Kids zu warten. Als plötzlich das Telefon klingelte und die Dame von der Physiopraxis dran war um mir mitzuteilen das die Ergotherapeutin krank ist und dies somit ausfallen müsste. Sind ja auch nur Menschen und Ihr ging es letzte Woche schon nicht so gut. Mir kam´s dann gerade gelegen da ich dann noch vor der Physio etwas erledigen konnte.

Ich bin dann rechtzeitig zur Physiotherapie marschiert und vorher noch an der Apotheke vorbei um das Valproat zu holen. Das sie das nicht auf Vorrat da hatten habe ich mir beinahe gedacht, ich kann es aber abends ab 18 Uhr holen.

Weiter ging es zur Krankengymnastik, da E. meine Therapeutin diese Woche auf Fortbildung ist habe ich Vertretung beim Chef höchstpersönlich. Dieser weiss auch das ich Epilepsie habe und hat mich, wie immer wenn ich bei ihm in Behandlung bin, gefragt wie es denn aussieht. Ich habe ihm vom Anfall am Sonntag erzählt und er wollte schon das Gerätetraining abblasen. Kommt aber nicht in die Tüte, wir haben uns dann darauf geeinigt das wir das gedrosselt durchziehen. Damit konnte ich dann auch leben und die halbe Stunde ging vorbei wie im Flug. Den an Gesprächsthemen hat es uns aufgrund der aktuellen Lage nicht gemangelt.

Als ich die Praxis verlassen habe hat schon mein Bruder, mit dem ich mich am Sonntag verabredet habe, gewartet. Wir sind in ein Kaffee in der Stadt in dem ich noch nie war, wahrscheinlich auch mangels Geld. Dort konnte man im Hinterhof gemütlich in der Sonne sitzen und quatschen. Seine Familie fliegt heute in den Urlaub, und so hat auch er keine ruhige Minute gehabt. Aber ein wenig Abwechslung zwischendurch schadet ja niemandem, mir am allerwenigsten.

Ich komme ja mit niemanden von meinen früheren Freunden mehr zusammen. Ich komme nicht zu ihnen da ich nicht Auto fahren darf, die öffentlichen Verkehrsmittel in die Dörfer sind bei uns so bescheiden das man das gleich vergessen kann, und warum die sich nicht blicken lassen ist mir ein Rätsel. Einer wohnt in Eislingen, den sehen wir auch 2-3 x im Jahr, und jedes mal verspricht er das er vorbeikommt. Aber ich habe ihn noch kein einziges mal bei uns gesehen. Ich fühle mich langsam echt wie ein Aussätziger im ehemaligen Freundeskreis. Aber auch Ihr werdet sehen auf wenn dann noch Verlass ist wenn ihr in so einer Situation seit. Was ich NIEMANDEN auf der Welt wünsche.

Wir saßen in dem Kaffee bis kurz vor 18 Uhr so das ich von dort dann zurück in die Apotheke gelaufen bin und das Valproat geholt habe um mit dem einschleichen noch am selbeb Tag zu beginnen. Zuhause angekommen habe ich mich dann doch etwas über die Größe der Schachtel im Vergleich zur Größe der Blisterverpackung gewundert und hatte schon die schlimmsten Befürchtungen. Drin findet sich dann eine winzige Tablette. Ich denke da sollten die Verpackungsexperten noch mal rangehen, denn das ist ja Umweltverschmutzung hoch drei.

Die Einschleichphase kann beginnen

Ich hab mir dann die Tablette zu den anderen vieren dazugetan und alle auf einmal mit einem kräftigen Schluck aus der Flasche hinuntergespült.
Dann hab ich mir noch die Tabletten für die nächsten sechs Tage gerichtet, Anfangs immer 1-0-1 und ab 29.04. 1-0-2. Wann bis dahin nichts außergewöhnliches passiert und wir den Versuch nicht auch vorzeitig abbrechen müssen.

Denn restlichen Abend habe ich zusammen mit meiner Frau vor dem Fernseher mit einem Film verbracht. Denn das Programm welches in letzter Zeit auf die Menschheit losgelassen wird dient nicht gerade dazu den Menschen die Info´s zu geben die sie benötigen. Darum meide ich, wenn immer es geht, die ÖRR. Aber jedem das seine.

Der zweite Tag

Nachdem ich die Nacht durchgeschlafen habe und erst gegen 6 Uhr wach wurde konnte ich gerade noch so alleine frühstücken bevor ich die Kids wecken durfte und für die Schule richten. Nachdem die aus dem Haus waren war es dann Zeit für die zweite Tablette vom Valproat. Bisher merke ich nichts, rein gar nichts von angeblichen Nebenwirkungen. Aber was nicht ist kann ja noch werden 😉 Habem mich dann gleich in die Hausarbeit gestürzt um das schöne Wetter auszunutzen so das ich heute Nachmittag wenigstens etwas davon geniessen kann. Um 11.20 Uhr hatte ich wieder Physio und Massage beim Chef des Hauses. Heute sind wir, nach meinerseitiger Aufforderung, wieder voll an die Geräte eingestiegen.

Der Mittag

Kaum zuhause angekommen wartete auch schon mein jüngster an der Türe. Natürlich hatte er, trotz mehrmaliger Erinnerung meinerseits am morgen, seinen Schlüssel vergessen. Ich hab dann schnell noch fertiggekocht und schon kam auch meine Tochter um die Ecke.
Als die beiden dann versorgt waren durfte der jüngste auch schon wieder zur Mittagschule. Aber sein Höhepunkt, wie jeden Mittwoch, sollte noch kommen.

Mein Fazit bis jetzt zu den Nebenwirkungen des Valproat: ich kann noch nichts feststellen, nehme es aber auch erst den zweiten Tag und wird mit Erhöhnung der Dosis wahrscheinlich schon noch frühzeitig genug auftreten.

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Veröffentlicht von

Marcel

Astrozytom WHO III ED: 13.04.2012 OP: 03.05.2012 NW: Epilepsie, Hemiparese/Spastik rechts Nicht verstrahlt, 3 Zyklen Chemo, Geistheiler, Qui-Gong, Physio

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