Ein gelungenes Wochenende?

Am Freitag vormitag hat sich nochmals mein Neurologe bei mir gemeldet, ich hatte ihn zuvor ja nicht erreicht, um sich über den Verlauf der Einschleichphase von Vimpat zu informieren. Nachdem ich ihm erklärt habe das meine Zehen im rechten Bein immer noch, je nach Lust und Laune, krampfen und ich damit nun überhaupt nicht leben möchte hat er es beschlossen wieder abzusetzten.

Ich soll wieder 2000-0-2000mg Levetiracetam und 800-0-800mg Zebenix Epielpsie Medikamente einwerfen. Da die Anfälle aber trotz der höheren Zebenix Dosis nicht weniger geworden sind, sie sind zwar bei weitem nicht mehr so heftig, dafür öfters, habe ich gefragt ob ich das Zebenix auch abends nehmen kann. Dies wurde von seiner Seite bejaht. Und dann dürfte ich noch die vorbereiteten Tablettendosen von dieser Woche wieder zurechtrücken. Von Vorteil ist dabei wenn die Tabletten unterschiedlich aussehen oder groß sind.

Und so habe ich dann am Freitag Abend noch 800mg Zebenix genommen, die anderen nahm ich ja schon morgens, und das Vimpat lass ich nun ganz weg. Und dann mal beobachten was passiert.

Start ins Wochenende

Am Morgen dann 2000mg Levetiracetam gegen die Epilepsie eingenommen in der Hoffnung das nun alles besser wird. Der Samstag verlief relativ unspecktackulär, ich übernahm den Haushalt da meine Frau bei der Arbeit war. Und so hab ich dann gekocht, geputzt, gewaschen und den Boden gewischt. Natürlich kann ich das nicht mehr alles so schnell wie jemand anderer, aber es wird gemacht. Das ist die Hauptsache. Mein Sohn war dann auch den halben Nachmittag unterwegs um irgendwo zu kicken, also konnte ich ungestört meinen Pflichten nachkommen. Spätnachmittag dann noch die anderen Epilepsie Medikamente, 2000mg Levetiracetam und 1600mg Zebenix, eingenommen. Bis dato auch noch keinen Unterschied gemerkt.
Als meine Frau dann abends nach hause kam war sie froh das se nichts mehr tun musste und wir den Abend im kleinen Kreis gemeinsam verbringen konnten. Morgen war es soweit, unsere Tochter sollte vom Skischulandheim nach hause kommen. Gegen 22.30 Uhr gingen wir alle in unsere Betten weil wir, jeder auf seine Weise, den Tag über zuviel gemacht hatten.

Schöner Sonntag?

Sonntag morgens um 7 Uhr bin ich aufgewacht, wow, endlich mal einigermaßen ausgeschlafen. Ich hab dann erstmal gefrühstückt und wollte mich gerade vor den PC sitzen als die Türe vom Kinderzimmer aufging. Mein Sohn war auch schon wach. Warum nur? Er dürfte doch noch schlafen. Egal, hab ihm dann auch sein Frühstück gemacht und als ich gerade wieder alles aufräumen wollte ging auch schon die Schlafzimmertüre auf aus der meine Frau trat. Also waren wir alle zusammen wieder wach.
Nachdem dann alle mit dem Frühstück fertig waren haben meine Frau und ich angefangen zu kochen, die Tochter sollte ja so gegen 16 Uhr vom Schulandheim zurück kommen. Und da gibt’s ja dann automatisch was zu tun, Wäsche waschen, Taschen ausräumen und vor allem viel erzählen.

Nach dem Mittagessen hatte ich schon eine Mail im Postkasten das sie gegen 14.45 Uhr angommen würden, also war´s nichts mehr mit ein wenig auf dem Sofa rumgammeln um sich zu erholen. Meine Frau und mein Sohn sind dann um 14.30 Uhr rüber gefahren, ich blieb zuhause da mir vom langen warten immer die Beine wehtun, und dort stand der Bus auch schon, kurze Zeit später kamen sie auch zuhause an.

Dann hieß es erstmal Tasche auspacken und alles wieder aufräumen. Nachdem das meiste davon verstaut war, die erste Waschmachine lief wollten wir uns gemeinsam am Esstisch zusammensetzten das sie uns was erzählen konnte.

Höhepunkt des Wochenendes

Als wir uns gemeinsam um 16 Uhr am Tisch versammelt hatten ging es auch prompt los.

Epilepsie

Krampf! KRAMPF! Krampf!
Ich versuchte noch meine beiden Tabletten aus der Tasche zu bekommen und als ich sie endlich gegriffen hatte war der Krampf im rechten Arm schon so heftig das ich diese nicht mehr alleine Aufmachen konnte. Meine Frau, die neben mir saß musste sie mir dann geben. Nach ca. 5 Minuten und nachdem meine Tochter noch weitere geholt hatte bekam ich dann noch mal eine. Aber es wurde nicht besser, ich fiel aber auch nicht in Ohnmacht, und so entschloss sich meine Frau den Notarzt anzurufen.

Als die dann 5-10 Minuten später eintrafen war alles vorrüber, bis auf das ich total schlapp war und nicht sprechen konnte. Ich konnte zwar ihre Fragen verstehen und wusste diese auch zu beantworten, nur die Buchstaben fielen mir immer runter so dass kein gescheites Wort, geschweige denn Satz aus meinem Mund kam.

Es wurde also beschlossen, ohne das ich dagegen etwas sagen konnte, mich ins Krankenhaus zu bringen. Dort ging dann die ganze Fragerei wieder von vorne los und langsam kamen dann auch die ersten Wörter aus meinem Mund so dass sich daraus langsam ein Gespräch entwickelt hat. Ich wurde dann auf ein „normales“ Krankenzimmer, war wohl die Überwachungsstation, verlegt und an sämtliche, ihnen bereit stehenden Geräte, angeschlossen. Im Zuhause hatte ich ja schon einen intravenösen Zugang bekommen der jetzt mit 1g Keppra gefüttert wurde das mir innerhalb kurzer Zeit verabreicht wurde.

Meine Familie war auch schon eingetroffen und standen um das Bett herum und mir war auch schon wieder langsam nach scherzen zu Mute. Ich habe also beschlossen, gegen den Willen der Ärztin, auf eigene Verantwortung nach hause zu gehen. Was soll ich hier? Überwachung brauch ich keine und bisher ist nach einem Anfall noch nie etwas schlimmeres passiert außer das ich danach extrem müde bin, wieso auch immer? Der Rest kommt wohl von den 5mg Tavor die mir verabreicht worden sind. Und schlafen kann ich auch zuhause in meinem Bett.

Blöde Epilepsie! Das war mein Sonntag nachmittag, ich hoffe Ihr hattet ein schöneres Erlebnis?

In diesem Sinne: THINK POSITIV!

kann nur noch besser werden

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Veröffentlicht von

Marcel

Astrozytom WHO III ED: 13.04.2012 OP: 03.05.2012 NW: Epilepsie, Hemiparese/Spastik rechts Nicht verstrahlt, 3 Zyklen Chemo, Geistheiler, Qui-Gong, Physio

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