Donnerstag war es wieder soweit

Der Dienstag und Mittwoch sind eigentlich wie immer verlaufen, keine besonderen Vorkomnisse, bis auf das Fußball im Fernsehen kam und ich beim Nachbarn zum zuschauen war. Wenn man mal davon absieht das ich schon die ganze Woche recht bald aufgestanden bin und das schon als normal ansehe und den Medikamenten zuschreibe.

Besagter Donnerstag

Am Donnerstagfrüh gegen 5 Uhr bin ich zum erstenmal wachgeworden, ich probiere dann, meist vergeblich, nochmals einzuschlafen. Als dies nicht funktionierte und ich draussen auf der Strasse schon die ersten Autos und einen Bus fahren hörte, wußte ich das es zumindest schon halb sechs sein muss. Denn um halb sechs fährt der erste Bus bei uns vorbei. Jetzt wusste ich das es sowieso bald Zeit war um die Kids zu richten um sie in die Schule zu schicken. Und da ich morgends gerne in Ruhe frühstücke stehe ich dann auch mal etwas früher auf.

Als die Kinder aus dem Haus waren und ich eigentlich meine Ruhe gehabt hätte und auch schon wieder müde war konnte ich nicht schlafen, warum auch immer. Ich hätte noch eine Stunde Zeit gehabt. Dann mußte ich zur Krankengymnastik, Donnerstag steht immer Ergo und Physio, insgesamt 75 Minuten an, in denen mich die Therapeuten „quälten“. Ich empfand es jedenfalls so, als Qual. Warum weiß ich auch nicht, wir haben nichts aussergewöhnliches gemacht. Es war wie sonst auch immer. Als wir endlich fertig waren war ich froh das ich nach hause durfte.
Kaum zuhause angekommen hab ich mich gleich wieder im Bett verkrochen, meine Frau war da und hatte das Essen für uns und die Kids vorbereitet.

Nicht lange dann klingelte bereits der Jüngste und schon war´s vorbei mit der Ruhe. Natürlich reden Sie was tagsüber in der Schule passiert ist und so war es dann wieder vorbei mit meinem Mittagschläfchen. Kurz darauf kam dann noch meine Älteste und als wir alle gegessen hatten wurde meiner Frau langweilig, glaube ich zumindest. Sie hat vorgeschlagen in den Decathlon zu fahren um für die Kids benötigtes Sportzeug und die noch fehlende Skiausrüstung meiner Tochter für Ihr Skischullandheim zu besorgen.

Ich wollte ja erst nicht so recht, auch weil heute ja Donnerstag war, und da war nach drei Wochen Pause endlich wieder mal Qi Gong Unterricht auf den ich mich so gefreut habe. Aber bevor es in einem Streit ausartet und ich dann als Buhmann dastehe hab ich eingelenkt und bin dann doch mitgefahren.

Der Einkauf

Wir sind also alle rein ins Geschäft und da wir schon längerere Zeit nicht mehr dort waren mussten wir uns erst neu orientieren da sie alles umgestellt hatten. Das hieß jeden Gang ablaufen um zu schauen wo was genau ist. So kommt man natürlich auch an Dingen vorbei die man nicht unbedingt benötigt jedoch aufgrund des günstigen Preises trotzdem mitnimmt, oder wie in meinem Fall zumindest verlockt wird aber letztendlich nicht funktioniert. Als wir dann durch das komplette Geschäft durchgelaufen, dies und jenes angeschaut und ausprobiert haben, mein jüngster testete auch mehrere Fahrräder, sind und auch alles gefunden hatten sind wir an die SB-Kassen, was ja heutzutage groß im Kommen ist, und haben uns dort selbst das Geld aus der Tasche gezogen.

Donnerstagmittag, 16 Uhr auf dem Parkplatz

Wir sind aus dem Geschäft gelaufen und unser kleiner wollte noch im Dehner gegenüber Tiere anschauen. Als wir dann alles im Kofferraum verstaut hatten und eigentlich schon unterwegs zu den Tieren waren fuhr es mir wie vom Blitz getroffen in den rechten Arm.
Krampf ….. Krampf ….. ich hab meinen Geldbeutel,den ich in der rechten Hand gehalten habe, fallengelassen und hab mit der linken versucht an die Notfalltabletten in meiner Tasche zu kommen. Bis ich endlich eine raus hatte war meine Frau schon da und hat sie mir in den Mund gesteckt, da sah ich dann auch das diese erste schon recht alt war und somit ihre volle Wirkung nicht entfalten konnte. Dann half sie mir mich auf den Boden zu legen so das ich nicht hilflos umkippe.
Viel hilft viel, habe ich mir gedacht und Ihr gesagt das in der anderen Tasche noch weitere wären die sie mir geben sollte. Schon standen ein Mann und zwei Frauen um uns herum. Der Mann rief sofort einen Krankenwagen und ich habe noch gesagt das das nicht nötig sei. Ich! Es wurde langsam weniger und diesmal habe ich auch wieder alles mitbekommen. Die Frauen fragten dann noch was dies sei und auch dem Mann am Telefon hab ich noch zugerufen „Epilepsie“, da er immer von Umfallen und Zuckungen, Krämpfen geredet hat. Das ganze war nach ca zwei Minuten vorbei und ich habe währenddessen, meines Wissens, immer reden und zuhören können was um mich herum passiert. Die Frauen haben dann noch gefragt ob wir noch was benötigen was wir dankend ablehnten, und sind dann ins Geschäft rein. Es kam noch ein Mitarbeiter vom Markt und fragte ob er etwas tun könne, aber was? War ja alles erledigt und vorbei.

Trotzdem sehr freundlich von den Leuten das wenn einem etwas passiert sie nicht nur gaffen sondern auch helfen wenn´s auch nicht drauf ankommt. Aber das konnten Sie ja in meinem Fall nicht wissen.

Fünf weitere Minuten später hab ich mich dann auf die Füße gestellt und ich war eigentlich schon wieder in recht guter Verfassung und kurze Zeit später kam dann der Krankenwagen. Der Sanitäter schaute erstmal verduzt wer den der vermeintliche Patient sei, als ich dann meine Hand hob. Dann wollte er wissen was vorgefallen ist und nach kurzer Erklärung meines Krankheitsverlaufs und dem Verzicht meinerseits in ein Krankenhaus zur Kontrolle mitgenommen zu werden musste ich noch einen Zettel unterschreiben. Auf diesem war vermerkt das ich selbstverantwortlich und in Vollbesitz meiner geistigen Verfassung darauf verzichte. Wir verabschiedeten uns freundlich und ich bedankte mich nochmals für die schnelle Unterstützung der Sanitäter und auch dem Anrufer gegenüber.

Nach diesem Ereignis und den daraus resultierenden Folgen hatte ich keine Lust auf weitere Tätigkeiten und so beschlossen wir dann wieder nach hause zu fahren. Wenigstens war die Fahrt nicht ganz umsonst und wir haben alles was wir wollten eingekauft, blöd wenn es vorher passiert wäre.

Zuhause angekommen hab ich mich dann erstmal auf die Couch gelegt und den Abend in Ruhe ausklingen lassen, nach zwei Tavor war ich dann dementsprechend fertig das ich gegen 21 Uhr ins Bett gehen musste und sofort einschlief.

Advertisements

Veröffentlicht von

Marcel

Astrozytom WHO III ED: 13.04.2012 OP: 03.05.2012 NW: Epilepsie, Hemiparese/Spastik rechts Nicht verstrahlt, 3 Zyklen Chemo, Geistheiler, Qui-Gong, Physio

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s