Gerätetraining mit Vorkommnis

Gestern nach dem Mittagessen bin ich gutgelaunt, bei strahlendem Sonnenschein und 12 Grad auf dem Thermometer, so macht das laufen doch gleich viel mehr Spaß, zur Krankengymnastik spaziert. Wie eigentlich üblich bin ich immer 5 Minuten früher da. Zwei ältere Damen sitzen auch in den Startlöchern und ich setze mich dazwischen.

Dann hüpft E. (meine Therapeutin) die Kellertreppe, dort ist Ihr Pausenraum, hoch und begrüßt mich mit einen strahlenden lächeln, auch sie hat heute wegen des Sonnenscheins gute Laune wie sie mir später noch erzählt. Ich muss dazu sagen das ich sie 4x die Woche sehe und sie noch nie eine schlechte Stimmung verbreitet hat, wobei das bei dem Job manchesmal durchaus verständlich wäre.

Wir sind also an das erste Gerät und ich hab mit meinen Übungen angefangen, nebenher machte ich noch so Scherze wie: „Ohne Sonnenbrille wird das nichts.“, da bei jeder Beugung meiner Beine sich die Sonnenstrahlen in einem der chromüberzogenen Halter direkt in meinen Augen spiegelt.
Als ich dann zum zweiten Gerät komme und mir meine Füße, dass sie nicht von der Sitzfläche abheben, von oben mit einem Halter fixiert werden und die Unterschenkel liegen in „Schalen“, so sind beide Füße im 90 Grad Winkel zum Oberkörper. So muss ich dann immer 3×10 Wiederholungen machen indem ich die Unterschenkel nach unten drücke. Wie gehabt reden wir über das schöne Wetter.

Nur diesmal komme ich nicht mehr soweit, nach dem 3 mal merke ich wie mein rechter Arm zu krampfen anfängt, ich drück ihr noch die zwei Tavor aus meiner Tasche in die Hand und sage noch dass sie mir beide geben soll, was sie auch macht. Schon krampft die ganze rechte Seite und mein rechter Fuß ist immer noch in der Umklammerung.
Ich rede mir ein das das aufhören soll….muss…..darf…….
Ich bin die ganze Zeit bei Bewusstsein und nehme alles mehr oder weniger wahr. Unheimlich.
Das kenne ich erst seit dem letzten Anfall und kann mich immer noch nicht richtig damit anfreunden.
Von mir mit den aussenstehenden zu kommunizieren, geht gar nicht.
Ich hab dann auch nach relativ kurzer Zeit, nachdem mich E. und eine Dame vom Empfang befreit haben, gehört wie sie einen Rettungswagen angefordert haben. Der Anfall hat ca. 6-7 Minuten gedauert und so bin ich auch schon wieder normal auf dem Gerät gesessen als der ganze Tross um die Ecke kommt. Die Notärzte haben mir dann ein paar Fragen gestellt und als sie gesehen habe das ich zu antworten probiert, jedoch meine Buchstaben noch nicht sortiert hatte, zogen sie dahin. Die verbliebenen drei Sanitäter haben mir auf die Trage geholfen und mich in die Klinik gefahren.
Dort bin ich umgelagert worden und eine Ärztin machte mit mir die mir bekannten Untersuchungen. Zwischendurch immer mal wieder was gefragt und nach und nach fallen mir die Buchstaben in der richtigen Reihenfolge ein. Dann wollen Sie noch ein EEG machen, also ab in den Rollstuhl und zum EEG-Raum. Dort ist aber besetzt und da mich die nette Sekretärin nicht alleine davor sitzen lassen will, wegen der Gefahr eines erneuten Anfalls, schiebt sie mich also wieder zurück. Fünf Minuten später kommt eine Arzthelferin um die Ecke und fragt ob ich zum EEG müsse, worauf ich bejahte, mich aus dem Rollstuhl erhob und mit ihr gegangen bin.
Auf einem ganz unbequemen Sessel Platz genommen, mir die Kabel anstecken lassen, zwischendurch kommt nochmal die Sekretärin und fragt ob ich da bin, weil der Rollstuhl dort steht, und nach 10 Minuten ist das ganze erledigt.
Wieder sitze ich in dem Gang und warte. Die Ärztin kommt um die Ecke und sagt das der Oberarzt noch einen Blick auf des EEG wirft und dann werde ich aufgerufen. Na prima, das geht heute aber schnell.

Fünf Minuten später ist es dann soweit, sie ruft mich ins Zimmer und sagt mir (was ich eigentlich seit jedem EEG zu hören bekomme) : „Nichts auffälliges auf den Bildern. Der OA meint das Sie ein Medikament erhöhen müssen da sie die Medikation schon über ein Jahr bekommen und es immer noch zu Anfällen kommt.“ Das war´s für heute und wir verabschieden uns.
So passt es gerade auch ganz gut das meine Mitfahrgelegenheit nach hause um die Ecke kommt. Zuhause hab ich es mir dann gemütlich auf dem Sofa gemacht und bin rechtzeitig ins Bett.
So sieht also mein perfekter „Sonnentag“ im Winter aus 😛

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Veröffentlicht von

Marcel

Astrozytom WHO III ED: 13.04.2012 OP: 03.05.2012 NW: Epilepsie, Hemiparese/Spastik rechts Nicht verstrahlt, 3 Zyklen Chemo, Geistheiler, Qui-Gong, Physio

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