1. Verlaufskontrolle MRT 2015

5.30 Uhr: Wecker klingelt….ich will noch nicht aufstehen…dreh mich nochmal um…..doch mir bleibt nichts übrig, also stehe ich auf bevor ich verschlafe.
Kaffee am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen, ein kleines Frühstück dazu und ab ins Bad, waschen und anziehen, noch eine zweite Tasse Kaffee und dann muss ich schon los. Hab um 9.45Uhr einen Termin zur MRT Kontrolle in Günzburg.

6.32 Uhr: Der Thermometer hat -3 Grad angezeigt, aber es pfeift ein eisiger Wind durch die Gassen. Ich bin froh das ich meine dicke Winterjacke und eine Mütze auf dem Kopf habe. Nach 17 Minuten Fußmarsch durch mehr oder weniger gut gestreute Seitenstrassen, auf denen es teilweise glatt ist, erreiche ich den Bahnhof. Ein Ticket hab ich mir gestern schon Online gekauft, also gehe ich gleich auf den Bahnsteig.

6.52 Uhr Der Zug fährt pünktlich ein, Gott sei Dank ist wenigstens auf die DB an diesem Morgen Verlass. Langsam wird’s echt ungemütlich. Ich steige ein, such mir einen Sitzplatz im fast leeren Zug, und die Fahrt geht los. Einmal umsteigen in Ulm und schon bin ich in Günzburg/Hbf.

8.05 Uhr: Ausstieg, hier pfeifft genauso ein kalter Wind und es ist gefühlt noch kälter als morgens. Hilft nichts, ich laufe Richtung Klinik, sind vom Hbf. ca 20min Fußmarsch, da die Gehwege alle mehr oder weniger geräumt sind ist es kein Problem.

8.30 Uhr: Ich stehe in der Anmeldung, dann der übliche Papierkram: Karte von der Krankenkasse, Überweisung (da es noch früh im Jahr ist und sie seit 2015 auch nurmehr von Neurologen eine haben wollen, sehen sie darüber hinweg, allerdings muss ich eine nachreichen), Fragebögen, Blutwerte wegen dem Kontrastmittel. Dann machen sie die Überweisung in die Radiologische Praxis in der das MRT gemacht wird fertig.
Raus aus dem Gebäude und ins nächste rein in dem sich das MRT befindet. Wieder anmelden, wieder Fragebögen. Jetzt muss ich aber erst auf die Toilette und als ich fertig bin steht schon eine Arzthelferin die auf mich wartet. Also muss Sie den Fragebogen ausfüllen und ich beantworte nur Ihre Fragen. Hat auch was, spart man sich das lesen 😉

9.00 Uhr Ich liege auf dem MRT Tisch und bin bereit zum Einfahren, 20 Minuten, wie immer. Mir gehen sinnlose Gedanken durch den Kopf. An den verschiedenen „Tönen“ die das Gerät von sich gibt kann ich einigermaßen einschätzen wie lange es noch dauert.
Auch diesmal bin ich fast wieder eingenickt aber dann kommen die Damen und fahren mich wieder aus der Röhre. Ich muss noch vorne im Wartebereich Platz nehmen und auf den Arztbrief warten, mit diesem melde ich mich dann wieder in der Anmeldung der Neurologie und warte dort auf einen Arzt.

9.40 Uhr: Es ist nicht viel los, nur 2-3 Patienten mit Ihren Angehörigen und ich sitze kaum da kommt ein Arzt um´s Eck und bittet mich in ein Untersuchungszimmer. Erst werde ich wie üblich befragt, dann darf ich Fragen wenn ich etwas wissen möchte und zum Abschluss erfolgt eine kurze Untersuchung. Das ganze dauert in der Regel zwischen 15-25 Minuten. Ich werde aufgefordert draußen zu warten bis der Oberarzt die Bilder angeschaut hat und auch gleich vorgewarnt dass das etwas länger dauern könnte.

10.00 Uhr Ich setz mich und fange an in einer der ausgelegten Zeitschriften zu blättern, die alle noch vom Oktober 2014 sind. Sehr aktuell! Also leg ich sie beiseite und „beobachte“ die Patienten und Pfleger(-innen) die immer mal wieder vorbeilaufen.
Wie lange so 120 Minuten sein können wenn man nicht weiß was man tun soll. Es ist ja eine Cafeteria in der nähe, keine 100 Meter. Aber ich muss sitzenbleiben und warten.

12.00 Uhr: Endlich höre ich meinen Namen. Ich werde in das Besprechungszimmer reingebeten, der Oberarzt (OA) und der Assistenzarzt, der mich untersucht hat, sind anwesend. Auf den Monitoren sind meine Bilder von heute und die letzten vom August zu sehen.
OA: „Ich sehe keine Veränderung im Vergleich zum August 2014.“
Nachdem ich mich nach vorn gebeugt und die Bilder studiert habe: „Ich auch nicht, aber Sie sind der Experte.“
OA: „Ja, unverändert im Vergleich. Sie haben die Chemo nach 3 Zyklen im November 2012 abgebrochen und eine Bestrahlung erfolgte auch noch nicht. Aber warum haben Sie die Chemotherapie damals abgebrochen?“
Ich: „Weil mir niemand konkret sagen konnte warum der Tumor sich ruhig verhält. Ob dies an der Chemo liege oder an sonstigem. Und nachdem ich mich ein wenig schlau gelesen und informiert habe im Internet wollte ich meinem Körper die ganzen Chemischen Mittel nicht unnötig zumuten.“
OA: „Aber wenn der Tumor erst mal wieder wächst dann ist es zu spät, dann wird er von der Chemotherapie oder Bestrahlung nicht wieder kleiner. Ich würde Ihnen ja etwas alternatives anbieten, jedoch habe ich momentan nichts dergleichen zu bieten.“
Blöd das ich nicht gefragt habe warum es zu spät ist wann der Tumor wieder am wachsen ist dass das Chemiezeugs oder die Bestrahlung ihn dann nicht mehr schrumpfen lässt. Was sollte es dann jetzt bringen? Aber in dem Moment habe ich leider nicht daran gedacht.
Ich: „Ich mache ja schon alternatives, nehme Weihrauch nach der Empfehlung von Dr. Simmet aus der Uniklinik in Ulm.“
OA: „Sehr gut. Und welche Dosierung? Und die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen?“
Ich: „ 3×5 Kapseln täglich zu den Mahlzeiten.“ kurzer Lachanfall, „natürlich werden die Kosten dafür nicht übernommen, den da verdient die Pharmaindustrie nichts daran.“ Das zaubert ihm auch ein Lächeln ins Gesicht.
Dann empfiehlt er mir weiter die regelmäßigen Kontrollen, sagt aber auch gleich das ich das beste Frühwarnsystem bei meinem Tumor bin. Denn er „drückt“ genau auf das Bewegungszentrum, also wenn ich mich schlechter bewegen kann dann muss was gewachsen sein.

Freudig strahlend verlasse ich das Krankenhaus und was muss ich feststellen: Es regnet in Strömen, könnte auch der Himmel sein der weint vor Glück! Think positiv! 😉

Nach 20 Minuten Fußmarsch durch den Regen stehe ich am Schalter der Bahn und frage nach der nächsten Mitfahrgelegenheit nach hause. Dort teilt mir ein sehr netter Mann mit das diese um 12.47 Uhr fährt, allerdings 10 Minuten Verspätung hat und ich vielleicht deswegen den Anschlusszug in Ulm nicht bekommen werde. Ticket gekauft und noch Zeit zum eine Leberkäs Semmel zu verschlingen, hungrig wie ich bin.
Auf dem Bahnsteig zieht es wie Hechtsuppe, normal, das kenn ich doch schon.
Der Zug kommt auch mit ca. 8 Minuten Verspätung an und dementsprechend auch diese 8 Minuten später in Ulm. Der Regionalexpress nach Stuttgart hatte wohl ein Einsehen mit mir (und den anderen Fahrgästen) und hat gewartet.

Jetzt muss ich nur noch vom Bahnhof nach hause durch den Regen laufen. Mistwetter, was ist nur aus unseren Wintern geworden???

So, jetzt will ich erst mal KAFFEE!

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Veröffentlicht von

Marcel

Astrozytom WHO III ED: 13.04.2012 OP: 03.05.2012 NW: Epilepsie, Hemiparese/Spastik rechts Nicht verstrahlt, 3 Zyklen Chemo, Geistheiler, Qui-Gong, Physio

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