23. Dezember 2014

An diesem Tag habe ich Geburtstag, jedes Jahr, zur selben Zeit.
Ich feier nicht großartig, das war früher als ich jünger war noch anderst. Da feierte man schon in den Geburtstag hinein und aus dem Geburtstag auch raus. Die Zeiten sind vorbei, schon lange. Die letzte Feier mit Freunden hatte ich vor 4 Jahren, allerdings nicht hier in Deutschland.
Darum ist es mir auch nicht sonderlich wichtig und ich möchte keine Geschenke, denn das was ich wirklich brauche kaufe ich mir und alles andere brauche ich nicht wirklich. Die Jahre zuvor war meine Frau immer anwesend, dies war der erste Geburtstag an dem Sie arbeiten muss.

Wir sehen uns wie jeden Morgen, sie gratuliert mir und ißt auch gleich ein Stück von der Geburtstagstorte da Sie mittags zum essen nicht anwesend sein kann. Dann verabschieden wir uns und sie geht.
Ich wecke meine Tochter, da heute ein Handwerker kommt der zu Ihr ins Zimmer muss. Und auch der Sohnemann steht schon auf der Matte.
„Frühstück“, sagt er, und das mach ich ihm dann auch, während die große sich ihr´s selbst macht.
Der Handwerker kommt, ich lasse ihn rein und er fängt zu arbeiten an. Wir ziehen uns ins Wohnzimmer zurück, der kleine schaut TV, die Tochter liest und ich sitze am Laptop.

Als der Handwerker weg ist, es ist inzwischen 11 Uhr frage ich die Kids was sie auf Ihre Pizza, die ich selbst mache, zu Mittag haben möchten.
Zweistimmig entscheiden sie sich (ich hab´s mir ja auch schon gedacht) für Margherita. Ich mache 2 Bleche und bei mir leg ich noch Thunfisch, Zwiebel und Knoblauch drauf. Ich bin beschäftigt mit Pizza, die große sitzt am Laptop und der kleine beschäftigt sich mit meiner Play Station 2. Alle aufgeräumt und ich kann in der Küche meine Lieblingslieder hören. Da kommen Erinnerungen hoch die ich nur sehr schwer Unterdrücken kann noch möchte.
Mit der Musik geht alles flott von der Hand und um 12.30 Uhr ist die Pizza fertig. Zwischenzeitlich war auch meine Tochter da und hat den Tisch gedeckt. Wir essen zu Mittag.

Geburtstagskuchen irgendjemand?

Nach dem Essen hab ich die Post reingeholt, 2 Briefe, einer zu meinem Geburtstag und einer auf den ich heute gerne verzichtet hätte. Dazu vielleicht an anderer Stelle mehr. Tochter am Laptop, Sohn langweilt sich. Also spielen wir eine Runde FIFA 14, bei der ich natürlich regelmäßig haushoch verliere. Trotzdem macht´s Spaß. Ich zieh mich dann zurück an meinen Laptop den aufgrund des Briefs muss ich noch einiges recherchieren. Wozu mir aber ehrlich gesagt gerade irgendwie der Antrieb fehlt, nicht hier und heute. Es ist inzwischen 15.15 Uhr und mein Sohnemann schwänzelt um mich rum und fragt ob wir die Torte nicht schon Mittags essen wollten. Da ich nicht sofort antworte geht er beleidigt in sein Zimmer, ich hinterher und frage ob er ein Stück haben möchte, was er schmollend ablehnt. Jetzt bin ich sauer und trinke meinen Kaffee und Kuchen alleine. Ich frag meine große nicht, bei Ihr ist die Zimmertüre auf, sie hat das mitbekommen. Nur wenn sie am Laptop sitzt interessiert Sie sich für gar nichts anderes mehr.

Ich setz mich ins Wohnzimmer und schalte den TV an, kaum bin ich fertig kommt mein Sohn um´s Eck, ich frag ihn nochmals ob er ein Stück Torte will. Und diesmal nimmt er es dann an, also bringe ich ihm eins und kaum das er es aufgegessen hat fragt er auch schon wie lange seine Schwester am Laptop sitzt. Meine Antwort: „Lange genug, sag Ihr Sie soll Schluss machen.“ So ruhig wie es dieses mal verlaufen ist war´s schon seit Ewigkeiten nicht mehr, komisch denke ich mir.

Ich gehe dann mit meiner Tochter noch eine Runde spazieren, einen kleinen Einkauf tätigen und dann geht’s wieder nach hause, meine Frau muss bald kommen. Als sie endlich da ist, es ist bereits 18.30 Uhr essen wir gemeinsam zu Abend. Sie fragt mich ob wir die Torte gemeinsam gegessen haben, worauf ich verneine und sage das beide Kinder bis jetzt mir nicht einmal zum Geburtstag gratuliert haben. Sie ist, verständlicherweise, stinksauer und stellt Sie zur Rede. Der Kleine sagt ja das er noch ein Geschenk für mich hätte und das er es mir nach dem Essen geben würde, die große ist Still wie die Nacht.
Um den Abend vielleicht doch noch ein wenig angenehm zu gestalten schaue ich und meine Frau noch einen Film an, der kleine kommt ab und zu ins Wohnzimmer, schaut kurz mit und geht dann wieder. Die Große sehe ich den ganzen Abend nicht mehr.

So einen gelungenen Geburtstag hab ich noch nie erlebt. Aber einmal ist immer das erste mal. *Ironie aus*

Vielleicht wird Weihnachten besser, wir werden sehen.

Advertisements

Veröffentlicht von

Marcel

Astrozytom WHO III ED: 13.04.2012 OP: 03.05.2012 NW: Epilepsie, Hemiparese/Spastik rechts Nicht verstrahlt, 3 Zyklen Chemo, Geistheiler, Qui-Gong, Physio

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s