Nikolaustag und Weihnachtsfeier

Es ist der 6. Dezember und wir, insgesamt 40 Leute mit unseren Kindern von der F-Jugend, gehen zur Weihnachtsfeier im Sensapolis Indoor Freizeitpark.

Wir teffen uns um 10 Uhr am Sportgelände des Vereins und fahren dann gemeinsam los so das wir um 11.15 bereits mit der gesamten Truppe eintreten konnten. Die Jungs sind nicht mehr zu halten und verteilen sich gleich in alle Himmelsrichtungen.
Wir Eltern suchen derweil erst mal eine Sitzgelegenheit und finden diese dann direkt unter dem Hochseilgarten. Die „Verrückten“ klettern in 14m Höhe über unseren Köpfen und wir sitzen entspannt unten und können dem Treiben zuschauen. Das gemeinsame Mittagessen war auf 14 Uhr bestellt, so das ich mich auch auf den Weg mache um etwas zu sehen.

Die erste Anlaufstelle war das Märchenschloss, da ich nicht wirklich gut zu Fuß bin ließ ich den Adventure Trail aus, den dort sind Hängebrücken und derartiges vorhanden, und gehe dann in das Raumschiff.
Dort findet man allerhand wissenswerte um unser Sonnensystem (wen´s denn interessiert) und jede Menge Rutschen in allen Variationen.
Gleich nebenan ist das Wissenscenter, dort sind einige Experimente zum selbst ausprobieren und staunen. Nicht schlecht!

Die Zeit vergeht und es ist 13.30Uhr, es wird bald Essen geben und das sollte man sich nicht entgehen lassen, Entdeckertouren machen nicht nur Kinder hungrig 😉 Nach dem gemeinsamen Essen werden noch Nikolausgeschenke verteilt, allerdings nicht von einem Nikolaus sondern von unserem Trainerteam. Die 3 Jungs hatten auch Lose vorbereitet und so wurde noch eine Verlosung gemacht in dem mein Sohn den „Jackpot“ (ob´s wirklich der Jackpot war möchte ich bezweifeln, denn ich sah noch 2 andere Jungs mit denselben Preisen 🙂 ) abräumt, ein Rucksack vom FC Bayern München. Die Kids werden wieder „entlassen“ und waren auch sofort wieder in alle Himmelsrichtungen verteilt unterwegs.

Ich mache mich noch auf das Wissenscenter Teil 2 zu besuchen, da sind jedoch wenige Sachen bei die für einen Epileptiker wie mich geeignet sind, Flackerlicht und schnell drehende Leuchtröhren über die man gehen kann, aber bestimmt nicht muss. Also genug gesehen und wieder zurück zum Tisch, schauen was die anderen so machen.

Die Frauen sind mutig und wollen mit dem Flying Fox in 14m Höhe eine Runde drehen, das will ich mir nicht entgehen lassen. Es sind dann auch tatsächlich, wenn auch nicht ganz freiwillig, alle Frauen nach oben und in 14m Höhe einmal quer durch den Gastrobereich geflitzt.
Manche, die sich vorher nicht recht trauten sind dann noch ein 2. oder 3. mal hoch. Ich sag ja immer, das erste mal und dann ist die Angst überwunden.
Die Männer wollen Kartfahren gehen, also hinterher und zuschauen, ich hab das selbst noch nie gesehen, man muß dazusagen das es Elekrtokarts sind die bei weitem nicht so einen Lärm machen wie die Benzinbetriebenen, aber egal. Auch die Frauen wollen das ausprobieren und so entwickelt sich eine lustige Truppe mit der man Spaß haben kann. Meine Tochter und Ihre neugewonnene Freundin wollen das auch ausprobieren und melden sich auch dafür an.

Nachdem alle gefahren sind geht’s noch zum gemeinsamen Mannschaftsfoto machen da die ersten gehen möchten.
Nachdem dies auch vorbei ist verabschieden sich die ersten und wir sitzen wieder am Tisch, jetzt wollen die Männer noch hoch in den Klettergarten, ich sitze bei den Frauen und wir unterhalten uns über das heut erlebte:

Krampf……..Krampf…….ich bring meine Notfalltablette nicht aus der Hosentasche, merke wie es immer schlimmer wird. Die Frauen und auch die Männer die sich nicht weit weg angestellt haben reagieren sofort. Eine nimmt mir die Tablette ab, öffnet sie und schiebt sie mir in den Mund, ich kann noch artikulieren das ich auf den Boden gelegt und noch eine Tablette möchte.
Ich seh die Lichter schon langsam ausgehen, sehe mich in irgendeinem Rettungswagen…….NEIN!…… so nicht, ich will das nicht…… und langsam löst sich der Krampf, dem, wer auch immer dafür verantwortlich ist, sei Dank!
Es kommt auch schon ein Rettungssanitäter von der Parkleitung und fragt mir wie´s geht und ob er ein RTW rufen soll worauf ich verneine. Das geht heute aber ganz schnell das ich wieder bei Sinnen bin, vereinzelt fällt es mir noch schwer die Buchstaben richtig anzuordnen. Nach 10 min auf dem Boden sitzend ziehe ich es vor auf einem Stuhl „abzuhängen“ bis ich wieder einigermaßen fit bin.
Das geht auch relativ schnell, nach 15-20min sind wir dann, alle gemeinsam, zum Ausgang marschiert.

So habe ich also die Weihnachtsfeier von meinem Sohn verbracht, wobei ich bis jetzt nicht weiß ob er es überhaupt mitbekommen hat. Gesehen habe ich ihn erst als ich auf dem Stuhl sitzend und Wasser trinkend Kräfte gesammelt hab.

Das war ein sehr schönes Erlebnis mit einem gelungenen Abschluss, das erste mal das ich nicht komplett weggetreten bin bei einem epileptischen Anfall.

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Veröffentlicht von

Marcel

Astrozytom WHO III ED: 13.04.2012 OP: 03.05.2012 NW: Epilepsie, Hemiparese/Spastik rechts Nicht verstrahlt, 3 Zyklen Chemo, Geistheiler, Qui-Gong, Physio

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