Vorbereitungen zur OP

Zuhause habe ich mich erstmal informiert was uns denn nun erwartet, wobei das ja niemand so genau sagen kann. Denn solange man nicht weiß um welchen Tumor es sich handelt ist es schwierig eine halbwegs vernünftige Prognose zu erhalten.
Da ich nun auch bei mehreren Ärzten vorgesprochen habe und alle derselben Meinung waren, eine OP ist unumgänglich, war´s nun an mir die passende Klinik auszusuchen.
Da nur 2 zur Debatte standen hab ich mich für das BKH Günzburg entschieden.

Also Termin gemacht zur Voruntersuchung, nochmals in die Röhre (MRT), Bilder vergleichen und dann Besprechung beim Chirurgen der mich operieren wird.
Alles wird mir erklärt, auch wenn ich immer wieder nachfrage weil ich dies oder das nicht richtig verstehe, auf Fragen meinerseits wird ebenfalls eingegangen.
Letztendlich bleibt mir ja gar nichts anderes übrig, will ich noch ein paar Jahre mit meiner Familie verbringen.

Also Termin ist am 03.05.2012 angesetzt, d.h. 1 Tag früher anreisen und einchecken.
Dann die üblichen Untersuchungen und nochmals mit dem Chirurg gesprochen.
Und dann geht’s los, eine Tablette zur Beruhigung eingenommen, dann gehen schon wieder die Lichter aus, einmal noch war ich kurz bei Sinnen, war am Bett fixiert und dachte:
„Nichts wie nach Hause, ich lass das jetzt nicht mit mir machen“
Als ich wieder zu mir kam war ich auf der Aufwachstation.
Auch dort wurde ich mit einem freundlichen Lächeln von einer Schwester begrüsst.
Da ich eine längere OP hinter mir hatte war ich noch eine weitere Nacht dort.
Dann werde ich noch 2 Tage auf die „Intensivstation“ verlegt, dort kümmern sich 4 Schwestern um 8 Patienten in 2 Räumen. Somit ist ein sofortiges Reagieren, wenn etwas unerwartetes eintreten sollte, garantiert.
Zu guter letzt werde ich auf die Station gebracht, im Rollstuhl, da meine rechte Körperhälfte doch sehr beeinträchtigt wurde. D.h. Ich kann mein rechtes Bein kaum koordinieren, mein rechter Arm lässt auch sehr zu Wünschen übrig.

Aber die Hauptsache ist das ich LEBE!

Alles andere wird schon wieder werden.
Das Biopsieergebnis ist da und ich habe einen Termin beim OP-Arzt. Er hat weniger gute Neuigkeiten für mich: “Es handelt sich um ein anaplastisches Oligodendrogliom WHO III, durchschnittliche Lebenserwartung 3-5 Jahre. Sie müssen eine Chemotherapie machen.” Nun bin ich erst mal platt, da ich mit so einem Befund natürlich nicht gerechnet habe, das weitere Gespräch läuft an mir vorbei.
Also bekomme ich noch 2 x am Tag Krankengymnastik (KG), d.h. Eine Physiotherapeutin kommt zu mir und macht mit mir zusammen „Gehübungen“. Das geht, wenn überhaupt, vorerst nur an Krücken (Gehhilfen). Gegen Ende der Woche klappt das schon ganz ordentlich.

Als dann die Schwestern zu mir kamen und mir sagen das es am Wochenende (WE) keine KG gibt da die Physios alle im WE sind frage ich mich was ich dann hier machen soll.
Ich liege alleine im Zimmer, den ganzen Tag niemanden zum reden, auch keine Glotzkiste um sich abzulenken, raus kann ich zwar, aber wenn ich rausgehe dann nur im Rollstuhl vor die Eingangstür.
Also lange Rede kurzer Sinn: Ich will nach hause!
Der Schwester gesagt, die hat den Arzt informiert der dann eine halbe Std. später auch tatsächlich erscheint und mich ernsthaft fragt ob dies mein Wunsch sei.
Ich hab ihm daraufhin die Nachteile erläutert, er hat mir die Vorteile erläutert. Aber letztendlich sind wir übereingekommen das, wenn ich das will, ich nach hause gehen darf.
Jetzt musste nur noch ein Rollstuhl besorgt werden und der Krankentransport.
Um all dies brauchte ich mich aber nicht kümmern, das taten die Schwestern oder wer auch immer.
Am nächsten morgen war´s dann soweit, der Rollstuhl kommt und dann steht auch schon der Krankentransport vor der Türe und lädt mich und meine 7 Sachen ein.

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Veröffentlicht von

Marcel

Astrozytom WHO III ED: 13.04.2012 OP: 03.05.2012 NW: Epilepsie, Hemiparese/Spastik rechts Nicht verstrahlt, 3 Zyklen Chemo, Geistheiler, Qui-Gong, Physio

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